Kyosho FV 1000

 

 

           

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Allgemein:

 

Bei der FV 1000 handelt es sich um einen Nachfolger der T33 bzw. F 16  mit aufgesetzten Impeller. Im Gegensatz zu den beiden vorher genannten Modellen ist die FV 1000 kein Scale Nachbau, sondern es handelt sich um einen reinen Impellertrainer mit der Optik eines Hotliners. Ich hatte das Glück, als einer der ersten in Deutschland dieses Modell im Auftrag meines Händlers zu bauen (der inzwischen auch Pleite ist) und anschließend zu testen.

 

 

Bau:

 

 

Der Aufbau des Modells beschränkt sich im wesentlichen auf das Zusammensetzen der einzelnen Komponenten wie Impeller, Flächen und das Einkleben der Rumpfspanten.

Außerdem werden zum Baukasten noch 2 Stück 13 mm Servos, Empfänger, Regler (30 A) und 8 Sanyo RC 2400 o.ä.benötigt.

Allerdings sind einige Nacharbeiten erforderlich, da die Maßhaltigkeit einiger Bauteile sehr zu wünschen übrig lies.

 

 

Flächen:

 

 

Die beiden Flächenhälften werden laut Hersteller mit 5 min. Epoxy stumpf zusammengeklebt. Hierbei ist zu beachten, dass der Verbindungsholm etwas nachgearbeitet werden muss, da er auf dem letzten Drittel sehr schwergängig ist. Dies hatte bei mir zur Folge, dass ich die Beplankung im Bereich der Tragflächenwurzel etwas eingedrückt habe. Auch sollten die Ruderanlenkungen eventuell etwas nachgebogen werden, da ein späteres Nachbiegen, wenn die Querruder erst einmal angeleimt sind, fast unmöglich ist.

Obwohl ich die vom Hersteller empfohlenen  13 mm Servos mit den entsprechenden Maßen verwendet habe, zeigte sich die Lage der Werksseitigen Aussparung als nicht besonders gut getroffen. Damit das Servo optimal in die Flächen hineinpasst und die Leimfläche nicht unnötig verringert wird, sollte das Servo um ca. 15 mm weiter nach vorn versetzt werden (Bild).

Laut Anleitung soll die Flächen mit einem Dübel vorn und einer M3 Stahlschraube mit Imbus befestigt werden. Dies erschien mir aber in Hinblick auf mögliche harte Landungen nicht sehr sinnvoll, so dass ich nunmehr eine M4 Nylonschraube verwende (Schlitz), die im Falle einer härteren Landung abscheren kann und somit schwerere Schäden vermeiden hilft.

 

 

Impeller:

 

 

Zum Zusammenbau des Impellers ist eigentlich nicht all zu viel zu sagen, außer des dieser nach Möglichkeit gewuchtet werden sollte. Den Motor habe ich wie bei meinen anderen Modellen auch, um Störungen in der Empfangsanlage zu vermeiden, zusätzlich mit einem Kondensator und einer Schottky- Diode zwischen den Polen entstört. Entgegen der Anleitung und aus Gründen der besseren Kühlung des Reglers bzw. Leitungsverlusten wurde der Regler direkt unter die Fläche befestigt.

Leider musste ich nach der Montage des Impellers mit der Fläche feststellen, dass (obwohl genau nach Anleitung gebaut) die Bohrungen des Zwischenflansches nicht mit den Bohrabständen im Impeller übereinstimmten. Das heißt, dass ein Nachfeilen der Löcher angesagt war.

Die nächste Überraschung lies aber nicht lange auf sich warten, da bei genauem Hinsehen der Impeller aus der Flucht zur Längsachse war. Die Ursache war auch schnell gefunden, aber den Mehraufwand um den Fehler zu beseitigen währe eigentlich unnötig gewesen. Auf Grund von nicht ganz senkrecht eingebrachten Löchern in der Fläche verdreht sich der Impeller beim zusammenschrauben. Da aber die Bohrungen für die Befestigungsschrauben sehr knapp bemessen sind, mussten diese um einen Millimeter aufgebohrt werden, so dass sich der Impeller nun ausrichten lässt.

 

 

Rumpf:

 

 

Der Rumpf besteht aus sehr leichtem Fiberglas. Da er aber im Bereich der Tragflächenaufnahme sehr labil ist, sind jeweils vorn und hinten ein Spant einzukleben. Obwohl diese Teile Lasergeschnitten sind passten sie nicht ohne Nacharbeiten in die dafür vorgesehenen Stellen. Insbesondere der vordere Spant musste extrem Nachgearbeitet werden, da er sich absolut nicht einbauen lies.

Die Batterieablage, die gleichzeitig das Höhenruderservo aufnimmt, sollte von beginn an neu gebaut werden. Wenn man sich genau an die Anleitung hält und die Kanten ein wenig schräg anschleift, so liegt das Brett zu weit unten im Rumpf und man hat später Schwierigkeiten das Servokabel hindurchzufädeln.

Nach genauem Betrachten der Bauanleitung, was die Platzierung der Komponenten betraf entschloss ich mich, diese nicht so auszuführen, da es einen Sicheren Absturz zur Folge gehabt hätte. Laut Anleitung sollte zwischen Empfänger und Akku der Regler positioniert werden. Da der Regler aber extrem viel Störungen verursacht, wenn er zu dicht am Empfänger platziert wird, wurde dieser zwischen Fläche und Akku verband, was auch den Vorteil bringt, dass die Leitungen nicht so lang werden (Leistungsverlust). Auch gefiel mir die Verlegung der Antenne direkt seitlich aus dem Rumpf nicht besonderlich.

Da dies die Optik des Modells stört, habe ich längsseits im Rumpf ein dünnes PVC- Rohr verlegt, wodurch die Antenne schnell durchgefädelt werden kann.

wenn diese Variante der Verlegung getroffen werden sollte, muss man allerdings die Servokabel oberhalb den Akkubretts verlegen, damit keine Störungen auftreten.

Leider stellte ich bei der Schwerpunktermittlung fest, dass sobald ein 8Zeller RC 2400 Akku verwendet wird, sich der Schwerpunkt nicht mehr einstellen lässt. Grund dafür ist der vordere Spant. Daher sollte vorher überlegt werden, wenn diese Variante gewählt wird, den vorderen Spant entsprechend der Akkuform auszuschneiden, damit der Akku weiter nach vorn verschoben werden kann.

Die Akkubefestigung wurde bei mir mittels Silikongummi und Leisten vollzogen, um ein verrutschen während des Fluges zu verhindern.

Voll beladen mit 8 x RC 2400, ACT DSQ 8 Empfänger und Kontronik Regler wiegt meine FV 1000 genau 1250 g. Das heißt, gerade mal 50 g über den Herstellerangaben. Die 50 g sind genau die eine Zelle mehr, als von Kyosho vorgeschlagen.

 

 

Fliegen:

 

 

Der Erstflug sollte an einem etwas windigen Herbstag erfolgen, da ich keine Zeit mehr hatte auf besseres Wetter zu warten (im nachhinein eine völlig richtige Entscheidung).

Nachdem alles nach Anleitung eingestellt war konnte der Erstflug mit etwas wackligen Beinen erfolgen. Also Gashebel auf voll, ein paar Meter Anlauf genommen und das Modell ohne Steuerkorrekturen seinem Element übergeben. Das Modell sackte etwas durch und durch leichtes ziehen wollte ich den Steigflug einleiten. Darauf hin brach die Kyosho aus und lies sich nur noch per Notlandung sicher zur Erde zurückbringen.

Die Ursache war eindeutig zu große Ruderausschläge. Nachdem die Ruderausschläge etwas Reduziert wurden, dann der zweite Start. Wieder das gleiche Prozedere, aber diesmal war der Höhenruderausschlag in Ordnung. Leider verhielt sich das Querruder etwas nervös, obwohl ich schon 30% Expo am Sender eingestellt habe. An ein vernünftiges fliegen war überhaupt nicht zu denken. Also Notlandung und noch einmal den Querruderausschlag verringert.

Fast deprimiert erfolgte nun der 3. Start. Gas rein, Anlauf und die Kiste flog auf einmal sogar richtig gut, es musste lediglich etwas Tiefe getrimmt werden. Nach ein paar Platzüberflügen erfolgte die Landung und es wurde noch einmal ein bisschen nachkorrigiert bzw. für den besseren Start etwa Höhe per Schalter zugemischt.

Der nachfolgende Start klappte ohne Probleme, obwohl man sagen muss, dass ich beim Antrieb mit 7 Zellen wie es Kyosho vorschlägt  meine bedenken hätte.

Die FV 1000 braucht eine Weile, bis sie Fahrt aufgenommen hat, um dann schön sauber wegzusteigen. D.h. es sollte schon etwas kräftiger geworfen werden. Leider ließ das nachfolgende Wetter keinen Versuch mit Flitsche zu, aber ich denke das dadurch der Start leichter werden wird.

Insgesamt bin ich mit dem Flugverhalten sehr zufrieden, es können alle gängigen Flugmanöver geflogen werden, Rollen, Loopings usw.. Allerdings sollte man darauf achten, dass nicht zu eng geflogen wird, das sonst die Strömung am Impeller abreißt und es eine Weile dauert, bis wieder Fahrt aufgeholt werden kann.

Obwohl die Flugeigenschaften sehr gutmütig sind und sich das Modell auch noch bei etwas stärkeren Wind behaupten kann, ist es kein Anfängermodell. Aufgrund der möglichen hohen Geschwindigkeit ist es mitunter sehr empfindlich auf Querruderbewegungen, oder besser Gesagt sehr agil. Die Landung sollte recht weiträumig und mit etwas Fahrt erfolgen, da bei zu langsamer Fahrt ein Strömungsabriss erfolgen kann.

Alles im allen kann man die Kyosho FV 1000 als Impellertrainer empfehlen, da auch mit der Standartmotorisierung schon ein beachtliches Flugvermögen und eine Laufzeit von ca. 5 min bei 80% Gas erreicht werden können.

Leider halte ich den empfohlenen Verkaufspreis mit 200 € etwas übertrieben, zumal es sich nicht um Hochleistungskomponenten handelt.