Dornier 328 Jet (Simprop)

Spannweite 1311 mm
Gewicht 1950g
Antrieb 2 x Speed 480 BB Race
Akku 8 x RC 2400
Regler/Servo Graupner V60/ 2 x Jamara JES

                        (auf die Bilder klicken, um zu vergrößern)

Obwohl ich eigentlich kein Fan von Airlinern bin, so hat mich die Do 328 durch ihr Erscheinungsbild so fasziniert, dass ich einfach nicht wiederstehen konnte und diesen Bausatz orderte. Im Gegensatz zu anderen Airlinermodellen, die ich irgendwie langweilig finde, besticht die Dornier durch ihre Form, die ein wenig an einen Delphin erinnert und im Flug auch sehr elegant wirkt.

zum Bau:
Wenn man die Verpackung öffnet, stechen insbesondere der sauber weiß eingefärbte Rumpf, die ordentlich mit Wellpappe geschützten Flächen und das Zubehör hervor. Die Qualität der einzelnen Bauteile ist einfach Super und selbst die Stanzteile bedürfen bis auf eine Ausnahme keiner Nacharbeit. Wenn man sich an die Bauanleitung hält, die sehr ausführlich geschrieben ist, gelangt man sehr schnell ans Ziel.
Die Arbeiten am Rumpf beschränken sich im Wesentlichen mit dem Einbau der Akkuhalterung, der Flächenhalterung,  der Verstärkung des Rumpfes und dem Einbringen des Servos für das Höhenruder mit der Anlenkung. Abweichend vom Original habe ich die Akkuhalterung etwas modifiziert und Belüftungslöcher (Bild1;Bild2) in den Rumpf gebohrt, da der Akku gerade in der warmen Jahreszeit ohne Belüftung sehr warm wird. Da der Rumpf aus sehr leichtem GFK besteht, dass sich schon beim Anfassen eindrücken lässt, wurde auf Anraten eines Modellfliegerkollegen meines Vereins der Rumpf von innen (vom Bug bis zur hinteren Flächenaufnahme) mit Montageschaum ausgeschäumt. Gleiches wurde am Seitenruder vollzogen, da dieses doch sehr instabil war und man es ohne viel Kraftaufwand ca. 4-5 cm nach jeder Seite bewegen konnte. Obwohl diese Maßnahmen ein Mehrgewicht von ca. 150 g bedeuteten, so ist doch die Stabilität jetzt mehr als ausreichend.
Zur Qualität der Flächen braucht man eigentlich nichts zu sagen, da diese nur noch vor dem Bebügeln mit feinen Schleifpapier zu behandeln sind. Auch das Heraustrennen der Querruder und das Herstellen der Anlenkung kann getrost von der Anleitung übernommen werden. Allerdings habe ich die Befestigung der Querruder nicht wie in der Anleitung vorgesehen mit Tesafilm vorgenommen, sondern die Ruder einfach mit angebügelt, was erstens besser aussieht und zweitens besser hält. Das einzige was ich an der Fläche bemängeln möchte, ist der Kabelkanal für die Stromversorgung der Impeller. Da die Impeller von Hause aus einen schlechteren Wirkungsgrad haben als herkömmliche Antriebe, erschien mir der vorgeschlagene Kabelquerschnitt von 1,5 mm2 als zu gering, da mit diesem Querschnitt ein zu hoher Spannungsabfall auftreten würde. Da aber die Bohrung in der Fläche sehr eng gehalten war, konnten die 2,5 mm2 Kabel nur mit etwas Kraftaufwand und List eingefädelt werden (Kabel mit Spülmittel einseifen).
Ein negativer Aspekt waren die Verkleidung des Flächenmittelteils und die Passung der Impellergehäuse. Das Flächenmittelteil musste sehr stark nachgearbeitet werden, bis ein sauberer Übergang zum Rumpf entstehen konnte. Wenigstens war das Teil eher zu groß, als zu klein geraten, so dass mit etwas Schleifarbeit ein zufriedenstellendes Ergebnis hergestellt werden konnte.
Wenn man bedenkt, dass Simprop die Impellergehäuse eigens für den Minifan 480 ausgelegt hat, so muss man sich fragen, ob bei der Herstellung, oder der Entwicklung nicht doch etwas geschlampt wurde. Das Prinzip der Montage ist meiner Meinung nach eigentlich genial gelöst worden, aber der Einlauf und der Auslauf passten in keiner Weise zum MF 480. Das größte Problem war die Spaltüberbrückung insbesondere an den Einlauflippen. Hier schlägt Simprop eine Abdichtung mit Tesafilm vor, was nach meiner Ansicht nicht nur schlecht Aussieht, sondern auch noch die Gefahr mit sich bringt, dass sich der Tesafilm lösen kann und in die Rotoren der Impeller gerät. Eine Lösung des Problems bestand darin, eine Manschette aus 0,4 mm Sperrholz anzufertigen und den Spalt zwischen Einlauflippe und Impellermantel mit doppelseitigen Klebeband abzudichten. Diese Methode erscheint mir noch als die, mit dem wenigsten Aufwand. Leider ist mir in Bezug auf den Auslasskanal auch nichts besseres eingefallen als diesen anstelle von Tesafilm wenigstens mit dicker transparenter Folie, die in Streifen geschnitten wird, auszukleben. Ursprünglich wollte ich eine Röhre herstellen, die zwischen Impellermantel und Impellergehäuse eingeschoben wird. Leider war der Durchmesserunterschied so gewaltig, das dieses Vorhaben verworfen wurde. Ich denke, Simprop sollte sich an dieser Stelle etwas anderes einfallen lassen.

Finish:
Auch wenn die meisten Impellerspezis davon abraten, die Modelle zu lackieren, tat ich es dennoch. Ein weißer Jet macht in meinen Augen nicht so viel her, wie ein schönes Finish. Zumal der Gewichtszuwachs doch sehr gering ist, wenn man mit Farbe ein wenig sparsam umgeht. Also habe ich mich für die Lackierung der EAST-WEST-Airline entschieden, genau so wie auf der Verpackung zu sehen ist. Diese Lackierung hat den Vorteil, dass man das Modell auch noch in sehr weiter Entfernung erkennen kann und so ein stilgerechtes weiträumiges Fliegen möglich ist.

Fliegen:
Ein bisschen Bammel hatte ich schon, ob die Dornier mit einem Abfluggewicht von fast 2 Kg überhaupt noch flugfähig ist. Also Gummi gespannt, das Modell auf die Startrampe, Mitnehmerstift in die Hülse und ab ging die Post (Bild). Die Dornier stieg wie an der Schnur gezogen sehr sauber weg und konnte, nachdem genug Sicherheitshöhe erlangt war sogar mit Halbgas geflogen werden (Bild). Es musste nur ein wenig Höhen nachgetrimmt werden, wo hingegen die von Simprop vorgeschlagenen Einstellwerte getrost übernommen werden können. Ich war über die Leistung der beiden Low-cost-Antriebe doch sehr überrascht, da zum stilgerechten Fliegen wirklich nur Halb- bis Dreiviertelgas benötigt wird und dadurch eine Flugzeit von 5,30 min mit ausreichender Reserve erreicht werden kann. Kunstflüge sind mit der Do begrenzt möglich, aber dem Erscheinungsbild nicht entsprechend. Die Do will weich und weiträumig geflogen werden und hat so ein ausgezeichnetes Flugbild. Lediglich die Landung sollte rechtzeitig und weiträumig erfolgen, da die Dornier einen unglaublichen Gleitwinkel besitzt.
Nach dem 10. Flug zeigte sich aber noch eine Schwachstelle. Bedingt durch den Landeanflug bei etwas Seitenwind, setzte die Dornier etwas seitlich auf, worauf die Fläche genau in der Mitte gebrochen ist. Es empfiehlt sich daher das Flächenmittelteil mit Glasgewebe und Epoxy in diesem Bereich verstärken.

Fazit:
Wenn man ein Modell sucht, welches sich von der Form und dem Antrieb von denen auf dem Markt befindlichen Modellen unterscheiden soll und dazu noch stressfrei geflogen werden kann, so ist man mit der Dornier auf der sicheren Seite. Das Erscheinen auf dem Flugplatz führt unwiderruflich zu immer wiederkehrenden Bewunderungen, nicht nur wegen des Aussehens, sondern auch das Flugbild betreffend.