L 39 Black Horse

    (auf die Bilder klicken, um zu vergrößern)

Facts:

Spannweite:    1420mm
Rumpflänge:    1890mm
Gewicht:          5940g leer, 7040g mit 1300ml Kerosin
Antrieb:            Kingtech K45 G1/ Kingtech K70 G

 

Stand 2021:

Die L39 Albatros von Blackhorse habe ich schon seit einiger Weile ins Auge gefasst. Allerdings wollte ich sie nicht elekrisch mit Impeller betreiben, sondern mit Turbine. Da ich bis dato keine passende Turbine für dieses Projekt hatte, wurde die Kaufentscheidung erst einmal zurückgeschoben.
In der Zwischenzeit ist aber eine gebrauchte Kingtech K45 G1 Turbine in meinen Bestand gekommen, so dass dieses "Projekt" im Frühjahr 2020 in Angriff genommen werden konnte.
Eigentlich wollte ich das Modell im neuen Design der Slowakischen Luftwaffe ordern, aber Corona sei Dank war diese Ausführung nirgends erhältlich. Also dann doch die weiß/rot/schwarze Version.
Mittlerweile wurden ja schon etliche L39 "gebaut" und auch geflogen, zum Teil elektrisch und auch mit Turbinenantrieb, so dass ich auf ein breites Spektrum an Erfahrungen u.a. bei RC-Network im Turbinen- und Impellerforum zurückgreifen konnte.
Entgegen der erste Versionen sind die letzten Versionen mit vollbeplankten Flächen ausgeliefert worden. Allerdings mit dem Problem, dass die EWD mit über 2,5° völlig aus dem Rahmen ist. Zum Glück wurde darauf ausführlich bei RC-Network im Impellerforum hingewiesen, so dass es während des Zusammenbaus korrigiert werden konnte. Bei meinem Modell waren auf der einen Seite eine EWD von 2,6° und auf der anderen Seite 2,8°.
Dementsprechend mussten die Aufnahmen der Dämpfungsflächen der Höhenruder überarbeitet werden, damit eine halbwegs akzeptable EWD eingestellt werden konnte. Das sieht allerding alles andere als elegant aus.
Als Schubrohr kam eines von Grumania Jets in die engere Auswahl, was die Option für den Einbau einer stärkeren Turbine noch möglich machen sollte. Das Schubrohr war mit ca.232g auch leicht. Es gibt sicherlich noch leichtere Schubrohre, aber da ich mir die Option für eine größere Turbine offen lassen wollte, wurde auch das Schubrohr bis 80N verwendet. Das bedeutete aber, dass sämtliche Einbauten so weit wie es geht nach vorn wandern mussten und trotzdem noch etwas Blei in der Nase notwendig war. Die Akkus für Turbine, Empfänger und Licht/Bremse liegen sehr weit vorn unter dem Instumentenpanel (Dashpanel). Da es immer eine riesige Fummelei war die Akkus zu platzieren, habe ich wie in der guten alten Nickel-Cadmium Zeit ein Gehäuse aus GFK erstellt, wo die Akkus nur noch reingeschoben und gesichert werden müssen. Dazu wurden die beiden Akkus reichlich mit Frischhaltefolie umwickelt und mit mehreren Lagen 49g Glasgewebe und Epoxy belegt. Nach der Trocknung konnten die Akkus entfernt werden, die entstandenen "Becher" einmal längs mit einer kleinen Trennscheibe eingeschnitten und in Position verklebt werden.
Die meisten Komponenten wurden direkt auf der Bodenplatte unter dem Cockpit platziert. Der Halter für den Hals des Beuteltanks wurde aus Sperrholz erstellt und so gestaltet, dass der Beuteltank mit Kabelbändern befestigt werden kann.
Für die MPX Buchsen der Empfängerakku und Licht/Bremse Akku wurde eine Halterung in Fusion 360 konstruiert und anschließend mit einem 3d-Drucker ausgedruckt. So fliegen die Buchsen nicht sinnlos im Innenraum herum.
Als besondere Aufgabe gestaltete sich die Herstellung der Felgen und der Bremse vom Hauptfahrwerk. Die auf dem Markt befindlichen Räder mit Bremsen sind leider sehr schwer. Da ich aber jedes unnütze Gramm vermeiden wollte, wurde mal wieder Fusion 360 angeschmissen und schnell eine passende Felge kontruiert. Die Herstellung erfolgte wie immer auf meiner kleinen Drehbank in Fleißarbeit. Als Bereifung wählte ich ein passendes Leichtschaumrad mit einer Gummi Ummantelung. Dieses habe ich irgend wann einmal beim Hobbychinesen für einen kleinen Taler gekauft. Die Bremse selbst war eine Handelsübliche elektrische Bremse. Als Besonderheit wurden die Befestigungsplatten für die elektrischen Fahrwerke gegen welche aus gefrästen Carbon getauscht, da die Kunststoffplatten aus der Erfahrung heraus leider nicht lange halten.
Die Ruder und das Bugfahrwerk wurden allesamt mit Graupner DES 587 BB MG Servos angelenkt.


Fliegen:
Der Erstflug verlief mit einer Außenlandung. Auf Grund von mangelnder Erfahrung mit Beuteltanks habe ich einen Turbinenabsteller provoziert. Es hatte sich eine kleine Luftblase in die Ansaugleitung geschlichen und damit den Turbinenabsteller verursacht. Zum Glück waren die Äcker rund um unseren Flugplatz schon abgeerntet und somit konnte ich die Alba schön flach auf den Acker setzen. Bis auf einen demolierten Tiptank und jedermenge Sand ist zum Glück nichts weiter passiert.
Nach der Reparatur und der Verbesserung der Spritzufuhr konnten die nächsten Flüge absolviert werden. Beim Zweitflug war es etwas Windig und auf Grund der begrenzten Landeklappenstellung mussten mehrere Landeanflüge durchgeführt werden. Durch die Ablösungen vom Boden stieg die Alba immer im letzten Landeabschnitt wieder sehr hoch, so dass erneut angeflogen werden musste. Mittlerweile habe ich aber den Dreh raus und die Alba lässt sich gut landen. Wenn die Klappen mehr Ausschlag zulassen würden, wäre es natürlich besser.
Ansonsten ist eigentlich nicht viel zum fliegen zu sagen. Im Vergleich mit dem Black Horse Viperjet 120 muss die Alba geflogen werden. Es waren bei mir lediglich ein paar Zacken Querruder und Tiefentrimm notwendig. Ein Lastigkeitswechsel bei Flaps halb und voll ausgefahren war nicht feststellbar. Auch dort musste nur gering auf Höhe (Tiefe) getrimmt werden.


Update 2022:

Da die von mir eingesetzte K45 G im Vergleich mit der G4 doch recht schwer ist, wurde diese durch eine Kingtech K70 ausgewechselt. Im nachhinein, die richtige Entscheidung. Durch die Mehrleistung verringerte sich die Startstrecke merklich und die Aufwärtsfiguren fliegen sich mit dem Leistungsüberschuss wesentlich entspannter.
Nach einem schönen Flugtag bei böigen Wind war es mal wieder so weit. Im Landeanflug war plötzlich Flaute und da ich etwas zu schnell zur Landung reinkam, fing die Alba an zu springen. Das Ende vom Lied waren zwei herausgerissene Fahrwerkshalterungen an den Hauptfahrwerken.
Da ich ja eh ursprünglich vor hatte, die Anlenkung der Landeklappen umzubauen, war jetzt die beste Gelegenheit gekommen.
Also wurde gleich einmal die untere Beplankung großflächig herausgetrennt und der Schaden begutachtet. Als alles frei gelegt war, konnte man das Elend sehen. Die Aufnahmen waren sehr filigran und dann noch aus diesem undefinierbaren Asiatischen Sperrholz aufgebaut. Da half nur noch Maß nehmen und Verstärkungsrippen anfertigen. Die Verstärkungsrippen wurden aus 3mm mehrfach verleimten Birkensperrholz, und die Fahrwerksaufnahme aus 6mm und 2mm mehrfach verleimten Birkensperrholz hergestellt.
Da die Fläche offen war, wurden gleich noch die Widerlager für die neuen Flap-Anlenkungen in die Fläche und in die Flaps selber eingeklebt.
Auch die Anlenkung erfolgt jetzt verdeckt und ich konnte das erste Mal meine neue Fräse für das Anfertigen der Servoaufnahme einweihen.
Die alten Servodeckel wurden mit neuer Bügelfolie überzogen und so die Langlöcher abgedeckt. Nachdem alles wieder mit Balsa verschlossen war, konnte der komplette Flügel und die Flaps mit Folie gebügelt werden. Jetzt nur noch die Aussparungen für die Scharniere und das Servo einbauen mit Anlenkung und warten, bis endlich Flugwetter ist.
Im Frühherbst 2021 war es dann so weit. Nach ein paar Trimmrunden dann der erste Landeanflug.
Was soll ich sagen, schon beim ersten Landeanflug war zu merken, dass sich die Alba präziser an den Platz heranführen lässt, mit Gas kann sehr sauber die Sinkrate kontrolliert werden, und so gelang die erste Landung dann auch direkt vor den Füssen.
Fazit dieser Umbaumaßnahme. Der Umbau der Landeklappen hat sich gelohnt und auch die Umbaumaßnahmen der Fahrwerksaufnahme. Als ich mit meinen Umbauten fast fertig war, hatte ein Fliegerfreund mit seiner genau baugleichen Alba eine nicht allzu schöne Landung, wo ebenfalls eine Fahrwerksaufnahme herausgerissen wurde. Also alles richtiggemacht.

Update 2025:

Nach nun über 70 Flügen zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen. Trotz mehrmaligen Nachbügeln schlägt die Folie bei Sonneneinstrahlung Blasen und auch der Heckauslass aus ABS hat sich durch die Hitzeeinwirkung etwas verformt. Vom fliegen her gibt es bis auf die Tatsache, dass der Jeti Assist im Normalflug Probleme mit den hohen Frequenzen der Turbine nicht klar kommt, keine Beanstandungen. Ich habe mittlerweile die Kreiselfunktion nur noch bei Start und Landung im Betrieb.

Fazit:

Mit den Umbauten/ Verbesserungen ein guter Alltagsjet, der schnell aufgebaut ist, auch bei etwas stärkeren Wind und auch auf kleineren Plätzen geflogen werden kann. Die Flugzeit beträgt im Schnitt ohne Taxi 6-7 min.