Focke Wulf TA 183 (Huckebein)

Spannweite 800 mm
Gewicht 1280g
Antrieb 1 x Velkom VM 2020/20 / MF 480
Akku 10 x TS 1950 FAUP
Regler/Servo Kontronik/ 3 x D 60

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Als der Bausatz der Huckebein bei der Fa. RBCkits aus Holland auf deren Webseite zu sehen war, war es um mich geschehen. Da ich neben den moderneren Impellerjets, ja noch eine Schwäche für Flugzeuge aus der Zeit des zweiten Weltkrieges habe, war dieser Bausatz genau das richtige. Wie der Zufall so spielt, konnte ich den Bausatz der Huckebein von einem Vereinskameraden günstig erwerben.
Zum Bau kann man einfach nicht viel sagen, da die Bausätze von RBCkits sehr durchdacht sind und die Qualität der beiliegenden Teile dank CNC- Technik als sehr gut betrachtet werden kann, ging auch der Bau recht zügig von statten. Die einzige Veränderung die ich vorgenommen habe, war die Beplankung des Rumpfes. Anstatt der vorgeschlagenen 2mm Balsabretter, wurden welche mit 1,5mm Stärke verbaut. Dadurch war die Anformung des hinteren Rumpfteils besser zu gestalten. Über Festigkeitsprobleme brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, da das Modell komplett mit Glasgewebe und Epoxy überzogen wurde.

Die Flugeigenschaften können als recht gut eingestuft werden. Ich hätte nicht gedacht, dass das Modell mit dieser Antriebskonfiguration so schnell unterwegs ist. Eigentlich ist die Geschwindigkeit für diese Modellgröße schon zu schnell. Ehe man sich versieht, ist der Flitzer außer Sichtweite. Da ich die EWD (nach dem Hinweis eines Fliegerkollegen), entgegen dem Plan, auf 0,5° verringert habe, wurde der Schwerpunkt um 5mm vorverlegt und die Ruderausschläge etwas verringert. Eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. Bei der Geschwindigkeit wäre ein erhöhter Adrenalinspiegel wahrscheinlich vorprogrammiert. Aber das sollte man für sich selbst entscheiden, denn jeder hat so seine persönlichen Vorstellungen, was das Handling anbetrifft.

Leider wurde die hohe Geschwindigkeit diesem kleinen Modell recht schnell zum Verhängnis. Blöd wie ich war, musste ich ja unbedingt bei nicht so optimalen Lichtverhältnissen fliegen gehen. Es war früher Vormittag und die Sonne war leicht von Wolken bedeckt. Durch dieses "schlierende" Licht war die Fluglageerkennung sehr bescheiden. Dann kam es wie es kommen musste... Anstatt nach rechts aus dem Sonnenbereich zu steuern, flog ich nach links und direkt durch die Sonne. Die zwei Sekunden waren ausreichend, um das Modell zu erden. Durch die kurzzeitige Blendung, konnte ich nicht erkennen, dass sich die Maschine beim Kurvenflug auf den Rücken gedreht hat. In dem Moment, als ich mit Höhenruder herausziehen wollte, geschah das Unvermeidbare. Die Maschine flog anstatt nach oben, eben nach unten (schöner Abschwung). Leider war die Höhe nicht ausreichend, so dass ich innerhalb von ein paar Sekunden nur noch den Einschlag hörte. Zum Glück war an diesem Tag keiner an den Vorbereitungstischen. Ich weiss nicht, wie ich es geschafft habe, aber die Kiste ist zwischen Fangzaun und Vorbereitungstisch, die ca. 2m auseinander liegen, direkt unter dem Tisch eingeschlagen.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich alles in einer Plastiktüte mit nach Hause nehmen konnte. Aber weit gefehlt. Durch das Beschichten hielten sich die Beschädigungen in Grenzen. Na ja, jedenfalls was das Equipment anbelangt. Bis auf ein Querruderservo konnte alles wieder verwendet werden. Sogar die Tragflächen waren noch ganz. Diese waren lediglich aus dem Rumpf gebrochen. Da der Rumpf aber bis zur Hälfte zertrümmert war, kam eine Instandsetzung für mich nicht mehr in Frage. Irgendwann, wenn meine anderen Projekte abgeschlossen sind, werde ich dieses Modell noch einmal bauen, aber mit kleinen Änderungen. Den Einlauf würde ich anstatt aus Papier, direkt aus 0,4mm Sperrholz machen und besser Glätten. Auch würde ich versuchen, die Akkuauflage etwas tiefer in Richtung des Schwerpunktes zu setzen.
Nach Meinung meines Fliegerkollegen, der selber eine Huckebein hat, ist das plötzliche auf den Rückendrehen beim Kurvenflug wohl eine Macke des Modells.

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