F 35 JSF (RBCkits)

Spannweite 700 mm
Gewicht 1180g
Antrieb 1 x Het RC EDF 3 / MF 480
Akku 12 x GP 2000
Regler/Servo YGE 40 A / 2 x D 60

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Irgendwann im Februar 2004 sah ich einen Beitrag über die F 35 als Prototyp im amerikanischen Forum und es war um mich geschehen. Voller Spannung erwartete ich den Verkaufstart in Deutschland. Leider musste ich mich noch bis September gedulden, aber dann war es soweit. Bei der Fa. Steinhardt wurde ein Baukasten bestellt und sofort mit dem Bau begonnen. Die Qualität des Bausatzes war wie bei meinen anderen RBCkits-Modellen, bis auf einen Ausnahme, wieder ausgesprochen gut. Man merkte aber beim Studieren des Bauplanes sofort, dass dieser nicht aus der Hand von Rob persönlich stammte.
Der Bau des Rumpfgerüstes ging wieder einmal sehr schnell von statten. Allerdings wollte ich (nach den Erfahrungen mit der Huckebein) keinen Einlaufkanal aus Papier einbauen. Im amerikanischen Forum hat jemand bei seiner F 35 den Einlaufkanal aus 1mm Balsa hergestellt. Da auf Grund der Geometrie, eine Herstellung des Kanals aus 0,4mm Sperrholz ausschied, entschied ich mich für die Variante mit Balsa. Also wurde im Materiallager nach mittelhartem 1mm Balsa gesucht und der Kanal in einzelnen Stücken langsam zusammengebaut. Das Resultat kann sich wirklich sehen lassen. Nach einem dreimaligen Anstrich mit Clou-Einlassgrund hat man eine sehr glatte Fläche, die wirklich besser ist als die Papiervariante. Zusätzlich wurde der Kanal von außen mit Streifen aus Balsa in Längsrichtung verstärkt. Was mir außerdem nicht gefallen hat, ist die vorgesehene Verlegung der Motorkabel. Da man sich den problemlosen Aus- und Einbau der Impellereinheit als Option offen lassen sollte, wurde unterhalb des Ansaugkanals ein Kabelkanal aus 1mm Balsa bis zum Batterieraum hergestellt. Er dient zusätzlich zur Entlüftung des Batterieraumes.
Ein kleiner, weiterer Kritikpunkt, sind die nicht brauchbaren Schablonen für die obere und die untere Beplankung. Hier muss Initiative gezeigt werden und die Schablonen in Eigenanfertigung gearbeitet werden, was aber für einen wahren Modellbauer das größte Problem darstellt.
Nachdem der Rohbau fertiggestellt war, konnte das Modell mit Glasgewebe überzogen, gefüllert und lackiert werden. Die Decals wurden am Computer anhand eines Decalbogens aus einem Plastikmodellbaukit erstellt. Dazu wurden die Decals des Plastikmodellbaukastens eingescannt und am Rechner vergrößert, bearbeitet und auf Decal-Inkjet-Folie von Conrad Elektronik ausgedruckt. Natürlich sollte dieser Flieger nicht unbemannt in die Luft gehen, also wurde bei Wemotec-Olli noch schnell ein entsprechender Pilot geordert und aus Balsaresten ein Cockpit erstellt (Bild).
Überrascht war ich nach der Fertigstellung, dass trotz Beglasung des Modells. das angegebene Herstellergewicht auch mit den etwas schwereren FAUP's einzuhalten war. Nun fehlt eigentlich nur noch das richtige Wetter, um die Flugeigenschaften zu testen.

Fliegen:

Aufgrund von einigen technischen Problemen mit meinem damaligen Sender (Multiplex), der mich einige Modelle gekostet hat, konnte der Erstflug leider erst Mitte August erfolgen.
Der Erstflug verlief eigentlich unspektakulär, von der Aufregung die man dabei immer hat, mal abgesehen. Es zeigte sich jedoch, dass der Schwerpunkt zu weit vorn angesetzt ist. Nachdem viel Höhe getrimmt wurde, stellte sich heraus, dass  die Maschine bei Vollgas die Nase herunter nimmt. Also wurde am Sender per Mixer, bei Vollgas, das Höhenruder um ca. 1mm nach oben mit gemischt. So konnten nun die nächsten Trimmflüge erfolgen, bei denen nach und nach der Schwerpunkt nach hinten versetzt wurde. Obwohl die Trimmung nach und nach  zurückgenommen werden konnte, war das Abtauchen bei Vollgas nicht in den Griff zu bekommen. Ich hatte zuerst einen nicht korrekten Schubvektor in Verdacht, aber nach nochmaligen messen, konnte dieses ausgeschlossen werden.
Nachdem der Schwerpunkt 7mm hinter dem angegebenen Schwerpunkt gewandert ist, stellte sich plötzlich das Flugverhalten ein, dass man erwartet hatte. Nunmehr ist auch keine Tendenz des Abtauchens bei Vollgas festzustellen und der Flieger hängt im wahrsten Sinne des Wortes an den Knüppeln. Die Rollen kommen sauber, wie an der Schnur gezogen und das Unterschneiden im Kurvenflug hält sich in Grenzen. Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass diese kleine Maschine recht windunempfindlich ist. Sie kann sogar noch bei Windstärke 4 geflogen werden, ohne irgendwelche "Zappeleigenschaften".
Ein wenig skeptisch war ich mit den vorgegebenen Ruderausschlägen. Da in der Anleitung zwar darauf hingewiesen wurde, dass Dualrate benutzt werden sollte, aber keine weiteren Angaben vorhanden waren. Es wurde erst einmal ein Ruderausschlag für Höhe und Quer mit jeweils 8mm festgelegt. Nach erfolgreichem Einfliegen, wurde dieser Wert langsam erhöht und ist jetzt mit 10mm für Höhe und Quer nach meinem Empfinden genau richtig.
Die Landung ist eigentlich mit diesem Modell kein Problem, es sei denn, man hat wenig Gegenwind. Bei leichtem Gegenwind, kann man den Flieger schön sauber einkurven. Anschließend durch beherztes Ziehen am Höhenruder, bei Halb- bis Viertelgas, mit einem ziemlichen Anstellwinkel Fahrt herausnehmen und Höhe abbauen. Ansonsten hat die F 35 einen langen Gleitwinkel, der dazu führt, dass bei wenig bis keinem Wind der Anflug etwas länger wird.

Änderungen:

Nach der dritten Landung stellte sich ein Problem heraus, das ich auf Grund der Beschaffenheit unseres Platzes, schon bei einigen anderen Modellen hatte. Obwohl die Landung sauber war, wurde der Unterboden des Modells durch einen Stein o.ä. so in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Reparatur notwendig wurde. Der Unterboden wurde repariert, beschliffen und ein passendes Stück 0,4mm Sperrholz angefertigt, welches auf den Unterboden geleimt werden konnte (Bild). Die Ränder wurden mit Harz und Microballons verspachtelt. Dann an der höchsten Stelle eine Lage Kohlefasergewebe (Bild) und er Rest (mit ca. 1cm Überstand) noch einmal mit 49g Glasgewebe überzogen, gespachtelt und lackiert (Bild).

Da sich meine 10 Zellen 1950 FAUP Akkupacks langsam verabschiedeten, kamen mir die neuen GP 2000 mAh NiMH Zellen gerade recht. Zumal das Gewicht dieser Zellen deutlich unter dem Gewicht der FAUP Zellen liegt. Aus diesem Grund wurde auch statt des 10 Zellen Packs, ein 12 Zellen Pack konfektioniert. Das Mehrgewicht gegenüber den 10 Zellen FAUP, macht gerade mal 50 Gramm aus. Allerdings musste der Regler, der sich bis dahin im Batterieraum befunden hat, wegen starker Erwärmung mit anschließender Abschaltung, hinter den Motor verlegt werden.
 Die Reparatur schlug mit ca. 10g zu Buche, so dass nun ein Fluggewicht von 1180 g gegenüber dem Erstflug mit 1120g erreicht ist. Diese Erhöhung des Gewichts macht sich jedoch nicht auf die Flugeigenschaften bemerkbar.
Wer nun denkt, mit den 12 Zellen hat man eine Rakete, der wird recht schnell enttäuscht werden. Die Fluggeschwindigkeit nimmt nicht merklich zu, dazu ist das Modell aerodynamisch auch nicht ausgelegt. Natürlich werden die Steigleistungen erheblich besser, da dieser Antrieb bei warmen Akkus eine Eingangsleistung (gemessen) von 400 W zur Verfügung stellt. Die Flugzeit mit dieser Kombination beträgt mit Reserve ca. 5 min.

Fazit:

Wer ein alterstaugliches semiscale Modell  sucht, das auch noch dem Original sehr ähnlich ist und dazu noch Wert auf originalgetreues Fliegen legt, ist mit diesem Modell am besten bedient. Allerdings sind bei dieser Modellgröße Adleraugen gefragt, da die Sichtgrenze (wie auf dem Video zu sehen) sehr schnell erreicht ist. Wer jedoch mehr Wert auf Geschwindigkeit legt, sollte sich nach einem anderen Modell umschauen. Der semiscale Aufbau fordert gerade bei den Einläufen seinen Tribut. Ansonsten ist der Modellschmiede "RBCkits", mit diesem Modell, ein guter Wurf gelungen.

Video F 35 im Flug (dritter Trimmflug)