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Spannweite: 2385 mm
Rumpflänge: 2059mm
Gewicht: 8400g
(leer)
Antrieb
Der Weg zur A6M Zero Fighter war eigentlich nicht so
geplant gewesen. Als ich im Herbst 2022 durch einen Verlust des Servoarms des
Querruderservos (welches sich durch die Motorvibrationen vom Servo gelöst hatte)
meine FW 190 gegroundet habe, musste natürlich Ersatz her. Zumal der gerade erst
neu angeschaffte Saito FA200R3 noch nicht einmal richtig eingelaufen war.
Also war die Entscheidung eigentlich schon auf eine Ersatz FW190 gefallen.
Leider war die einzige noch verfügbare FW190 während des Transportes durch den
Paketdienstleister „verschwunden“, so dass ein adäquater Ersatz gebraucht wurde.
Folglich bin ich auf der Suche nach einem passenden Objekt bei der A6M Zero von
Phoenix Model aus Vietnam hängengeblieben.
Auch dieses Modell war das letzte noch in Deutschland verfügbare Modell. Also
schnell bestellt und nach ca. einer Woche war das Paket inkl. Der gleich
mitbestellten Servos und anderer div. Kleinteile da.
Beim Auspacken musste ich leider feststellen, dass die Kabinenhaube nicht
ordnungsgemäß eingepackt wurde und dadurch leider, ohne überhaupt einen ersten
Flug gemacht zu haben, beschädigt war. Den Lieferanten anschreiben und
reklamieren hätte eh nichts gebracht, also habe ich mich entschlossen, eine neue
Haube direkt beim Hersteller zu ordern. Der ganze Spaß war auch nicht gerade
billig. Die Haube an sich war mit ca. 30€ noch in Ordnung, aber der Versand und
der Zoll haben das Ganze auf ca. 120€ ansteigen lassen.
Das austauschen der Hauben habe ich aber erst nach dem Einfliegen geplant und in
diesem Zusammenhang sollte auch gleich das Cockpit noch ein wenig „scaler“
gestaltet werden.
Der Zusammenbau des Modells gestaltete sich unspektakulär.
Da ich als Servos Standardgröße verwendet habe, waren keine Anpassungen
erforderlich. Lediglich die die Höhenruder mussten etwas angepasst werden, da
diese am Rumpf geschliffen haben.
Um etwas Gewicht nach vorn zu bekommen und etwas mehr Auflagefläche für den
Motorspant zu erhalten wurde noch ein 6mm Edelstahlblech angefertigt, worauf der
Motor geschraubt wird und dieses dann an das Brandschott vom Modell.

die Spannungsversorgung erfolgt über einen LiFePo Akku 2S 2000mAh mit einem
Emcotec elektronischen Schalter.
Die Onboard- Glühung, das Fahrwerk und die Beleuchtung werden ebenfalls über
einen LiFePo Akku gespeist.

Ansonsten wurde erst einmal alles so gelassen, wie es der Hersteller vorsieht
und nach ca. 4 Wochen konnte der erste Probeflug stattfinden.
Nach der Motoreinstellung ging es dann an den Start, wobei die Entscheidung, den
33cm³ Saito Stern zu verwenden, doch schon für etwas Bauchweh sorgte. Der Start
verlief unspektakulär und wie erwartet war die Motorleistung hart an der Grenze.
Die Ruderwirkung war für den Erstflug so weit in Ordnung, es musste nur ganz
wenig auf Höhe getrimmt werden. Leider konnte beim Erstflug die Klappenstellung
noch nicht überprüft werden, da der Motor ab ca. 6 min. Flugzeit deutlich an
Leistung verloren hatte (ein Zylinder ging ab Halbgas ständig aus), so dass ich
mich dazu entschlossen habe, so schnell wie möglich zu landen. Zum Glück ist
alles gut gegangen. Na ja, zumindest im ersten Moment. Nach der obligatorischen
Überprüfung stellte ich eine Verbiegung der Haltewinkel der linken
Fahrwerksmechanik fest. Also erst einmal ausbauen und richten.
Leider war auf Grund der Schwierigkeiten mit dem Motor nur noch ein Flug in der
Saison möglich, der aber ebenfalls sehr unspektakulär verlief.
Obwohl ich mir noch ein Umrüstkitt für den Saito Stern bei Morris Minimotors in
England gekauft hatte, habe ich mich entschieden, den Methanoler FA200R3 gegen
einen Benziner FG60R3 zu ersetzen. Damit bin ich Leistungstechnisch im sicheren
Bereich und ich muss nicht immer Vollgas fliegen, um die entsprechende Leistung
zu haben.
Oben
im Bild die Original Ansaugung, unten der Umbausatz Ansaugung von Morris
Minimotors
Derweil habe ich schon mit den weiteren Umbauten und „pimpen“ begonnen.
Als erstes wurden die Fahrwerksmechaniken gegen JP Hobby Mechaniken ersetzt, die allerdings etwas umgemodelt werden mussten. Die Aufnahmen der Beine mussten im Durchmesser um 1mm abgedreht werden und die Löcher der Befestigungsbohrungen mussten ebenfalls mit Buchendübel verschossen und neu gebohrt werden. Auch konnte die Qualität der Fahrwerksabdeckung nicht überzeugen, da bei der letzten Landung während des Ausrollens sich eine Abdeckung im Gras verfangen hatte und gleich gebrochen ist. Die Abdeckungen waren aus Acryl, wobei zwei Hälften verklebt wurden. Also die beiden Hälften vorsichtig mit einem Cuttermesser trennen und durch Glasgewebe und Kohlefaserrowings verstärken. Somit sollten diese nun ausreichend stabil sein.

Wenn ich schon mal das eine oder andere Teil nachlackieren musste, so habe ich
ebenfalls die Abdeckungen der Positionslichter gleich vernünftig lackiert und
auch richtig verklebt. Die Idee des Herstellers mit dem Klebeband ist nicht
schlecht, allerdings lag nur ein Klebeband in grün für die Oberseite der
Tragfläche bei.
Zwischenzeitlich bin ich an einen guten gebrauchten Saito FG60R3 gekommen, der gewichtsmäßig und von der Größe her noch gut unter die Cowling passt. Allerdings ist er etwas länger als der FA200R3, so dass der alte Motorspant nicht verwendet werden konnte.

Von daher wurde der alte Motorträger mit einer Japansäge (feine Zugsäge)
entfernt, Maß genommen und in Fusion 360 ein neuer Motorträger gezeichnet. Zum
Glück habe ich seit ca. 2 Jahren eine Portalfräse, so dass ich die Einzelteile
des neuen Motorträgers selbst aus Flugzeug-Birkensperrholz fräsen konnte.



Bei der Wahl des Propellers, habe ich mich für einen Ramoser Varioprop mit der
Dimension 21,8“ entschieden. Die Steigung wurde nach einigen Testläufen auf 11“
eingestellt, womit der Motor am Boden ca.5000 U/min dreht. Im Flug sind es dann
noch einmal knapp 1000 U/min mehr. Das reicht für die A6M locker, um einen
großen Looping zu drehen und für kräftige Steigflüge.
Wie schon zum Anfang geschrieben haben die Einstellwerte für den Erstflug
gepasst. Ich habe aber noch wesentlich mehr Ausschlag auf Quer und Höhe
eingestellt. Die Rollen kamen doch sehr träge und der Abfangbogen war auch nicht
so, wie ich es gerne hätte.
Die Reaktion auf die Landeklappen ist sehr ausgewogen. Kaum ein Aufbäumen/
Lastwechsel. Allerding ist die empfohlene Einstellung für die Landung zu gering.
Zum Starten werden keine Klappen benötigt.
Eine Unart dieses Modells ist es, beim Landen nach dem Ausrollen sofort auf die
Nase zu gehen. An sich sind die Landungen mit diesem Modell nicht sehr
anspruchsvoll. Durch meinen Vereinskameraden Uli, der damals als Bordtechniker
bei der spektakulären Landung der Interflug IL-62 auf dem Sportflugplatz in
Stölln/Rhinow (Land Brandenburg) 1989 mit im Cockpit gesessen hat, wurde ich
darauf aufmerksam gemacht, dass die Räder beim Ausrollen anscheinend sehr
abbremsen. Dies scheint auch sehr plausibel, da dieses Verhalten nur bei fast
Stillstand der Maschine zu beobachten ist. Da nach einer an sich guten Landung
es plötzlich „Knack“ gemacht hatte, war es sowieso an der Zeit, sich diesem
Problem zu widmen. Als aller erstes wurden die Fahrwerksaufnahmen überarbeitet
und für das etwas größere JP-Hobby ER150 Fahrwerk angepasst. Die alten Aufnahmen
wurden mit einer oszillierenden Säge herausgetrennt und ein Unterbau aus 4mm
Flugzeug-Birkensperrholz gefräst. Als eigentliche Auflage dient nun 6mm
Flugzeug- Birkensperrholz. Die auch schon im original zur Verstärkung
verwendeten Aluwinkel musste neu angefertigt, werden und wurden zusätzlich zur
Verschraubung noch mit 5min, Epoxy mit der Konstruktion verklebt. Diese Winkel
bilden mit der geänderten Aufnahme gleichzeitig die Aufnahme für das Gewinde der
Befestigungsschrauben. Das sollte jetzt stabil genug sein.
bei der Begutachtung der Fahrwerksbeine ist mir aufgefallen, dass sich
Schleifspuren auf der Innenseite der Fahrwerksabdeckung befinden. Also hatte Uli
recht und die Räder wurden wahrscheinlich durch die Abdeckungen abgebremst. Auch
die Leichtläufigkeit der Räder wurde durch den Einbau einer Messinghülse in das
Kunststoffrad wesentlich verbessert.
Da sich durch die etwas schwereren Fahrwerksmechaniken der Schwerpunkt wieder
etwas auf Kopflastig verschoben hat, mussten der Zünd- und der Empfängerakku
etwas nach hinten versetzt werden.
Was das reine Fliegen anbetrifft, fliegt sich die Zero schon fast wie ein
Trainer. Wenn dieses Modell ohne diese komische bedruckte Folie zu einem
vernünftigen Preis verkauft werden würde, dann hätte ich wahrscheinlich noch
einmal zugeschlagen und mir über den Winter eine neue Aufgebaut, mit
vernünftiger Beglasung, bzw. Folierung.
Update Juli 2024:
Da der Motor es etwas schwer hatte auf Drehzahl zu kommen
und der Abstand des Prop zum Boden doch sehr gering war, wurde der Durchmesser
von 21.8“ auf 20,8“ verringert. Somit dreht der Motor schön hoch und im
Endeffekt war das die beste Option für meinen Motor. Er springt wunderbar an,
hat genug Leistung und es macht einfach Spass. Kein Vergleich mehr zum alten
Prop.
Leider ist mir kurz vor dem Warbirdmeeting in Bad Langensalza die Kiste wegen eines abgeknickten Kraftstoffschlauchs im Steigflug nach dem Start ausgegangen, so dass eine kleine Reparatur notwendig wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich die Cockpitverglasung von innen durch einen selbst gefrästen Rahmen verstärkt und der äußere Cockpitrahmen farblich besser an den Rest des Modells angepasst. Auch der Dicke Pilot, der vom Hersteller des Modells verbaut wurde, musste einem wesentlich besser aussehenden Piloten weichen. Dieser wurde anhand einer gekauften Stl-Datei mit hilfe eines 3D-Druckers aus besonders leichten Greentec Carbon Filament gedruckt. Bei der Gelegenheit ist dann auch noch das Cockpit etwas verschönert worden. Dieses ist mit einem CAD Programm selbst kontruiert worden und dann mittels eines Resin 3D-Druckers entstanden. Alles noch ein wenig lackieren und schon wirkt das Cockpit wesentlich lebendiger und Originalgetreuer.
Des weiteren wurde die Feder des Hecksporns komplett
entfernt, was die Neigung zum Kopfstand bei Start und Landung erheblich senkt.
Die guten Flugeigenschaften konnte ich auch bei einem
Zwischenfall, bei dem mir der Motor im Flug ausgegangen ist, bestätigen. In
geringer Flughöhe hatte ich plötzlich Leistungsverlust und der Motor stellte ab.
Das Modell konnte nicht mehr gegen den Wind gestellt werden und so musste ich
mit halb ausgefahrenen Fahrwerk mit dem Wind landen. Die Landung verlief trotz
der geringen Fahrt problemlos, so dass bis auf den obligatorischen Kopfstand
keine weiteren Schäden entstanden sind.
Als Ursache für den Motorabsteller stellte sich eine defekte Membran des
Vergasers heraus, die zum Glück durch Ersatzteile (neuer Dichtsatz 30€) behoben
werden konnte. Der Motor musste zwar komplett neu eingestellt werden, läuft aber
wieder wie er soll.
Fazit:
Wenn das Modell nicht diese bei Wärmeeinstrahlung so
empfindliche Folie hätte, was die Optik gerade im Sommer durch die Faltenbildung
stört und die zu weit nach hinten montieren Fahrwerke, dann wäre es das der
ideale Warbird. Trotz dieser kleinen Makel macht es immer wieder Spaß, mit dem
Modell gerade im Sommer bei tiefstehender Abendsonne langsam zu cruisen. Vor
allem, beim tiefen Flug mit Aufschwung in Richtung Sonne macht das Modell eine
gute Figur und sieht dem Original (zumindest wie im Film Pearl Harbor) zum
Verwechseln ähnlich.